Genfersee

Genfersee

Wie oft begann der Tag mit einem Blick auf eine der unzähligen Webcams. Von Vevey aus zeigte sie einen wolkenverhangenen See mit leichtem Bodennebel, und im Osten begann der Himmel langsam zu leuchten. Also hiess es wieder einmal: Sachen packen und los; diesmal an den Genfersee. In Vevey wollte ich schon seit längerem den Sonnenaufgang fotografieren, das passte gerade ganz gut. Und doch landete ich schlussendlich bei der Ile de Peilz.

Doch unten angekommen, war nichts mehr zu sehen von der ursprünglichen, dezenten Helligkeit im Osten. Im Gegenteil – inzwischen hingen noch viel dichtere Wolken über dem See. Für kurze Zeit stand ich am Ufer, betrachtete die Umgebung und entschied mich dazu, einen besseren Platz zu suchen.
Die meisten Aufnahmen gelingen nun mal nicht bei jedem Wetter. Also bleiben nur zwei Möglichkeiten: Umkehren und abbrechen, oder aber sich dem Wetter anpassen und dafür ein Motiv suchen, das vom Wetter nicht gestört, sondern unterstützt wird.

Der Weg führte mich durch Vevey und Montreux hindurch, bis ans östliche Ende des Genfersees. Und kurz darauf stand ich am Hafen mit freiem Blick auf all die ineinander übergehenden Städte und Vorstädte von Lausanne bis Montreux. Doch links von mir zeigte der See seine andere, natürliche Seite.

Statt Häuser und Strassen nur Schilf und Bäume, Nebel, Berge und Wasservögel.

Genferseeufer, Villeneuve VD

 

Kormorane am Genfersee

 

Der eigentliche Grund weswegen ich dort am Ufer stand, waren nicht primär die Vögel, sondern viel mehr ein ganz bestimmter Baum, der Baum auf der Ile de Peilz. Denn dafür schien das Wetter perfekt. Es war düster genug, um längere Belichtungszeiten zu erreichen, der Nebel liess den See am Horizont mit dem Himmel verschwimmen…
Und so stellte ich wieder einmal mein Stativ auf (welches inzwischen schon, nun ja, sagen wir mal… einen kantigen Charakter bekommen hat, durch all die kleinen Problemchen die es hat, aber nach wie vor steht es stabil und zuverlässig überall dort, wo ich es benötige), befestigte die Kamera darauf inkl. Polfilter (nicht zuletzt auch, um die Belichtungszeit etwas zu erhöhen).
Und während ich da so stand, hörte ich plötzlich startende Schwäne. Sie schienen genau vor der Ile de Peilz durchzufliegen, also versuchte ich im richtigen Moment mit der richtigen Verschlusszeit – innerhalb dieser kurzen Zeitspanne schien mir eine leichte Bewegungsunschärfe am interessantesten – abzudrücken.

 

Schwöne vor der Ile de Peilz

 

Zufrieden mit dem zufälligen Erlebnis und Ergebnis, wandte ich mich dem Ufer zu meiner Linken zu, und entdeckte einen weiteren Schwan, der mich gleich in seinen Bann zog.
Der einzige, wirklich helle Punkt vor mir… Während die Wolken gerade im Begriff waren, die bisher verdeckten Berggipfel rund um den Grammont freizugeben, krochen Nebelschwaden durch das schilfbewachsene Ufer…

Genfersee und Grammont

 

Doch auch das Bild, das seit der Ankunft bei der Ile de Peilz in meinen Gedanken herumschwebte, konnte ich letztendlich machen. Und erst später fiel mir auf, dass in den Ästen ein Kormoran sass.

Ile de Peilz

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