Zurück im Vallon de Nant

Zurück im Vallon de Nant

Nachdem ich den 20. April tief im Val d’Hérens verbracht hatte, ging es zwei Tage später wieder in die waadtländer Berge – ganz im Südosten… Zurück ins Vallon de Nant.

Die Anreise gestaltete sich aufgrund wieder offener Strassen als deutlich angenehmer. Diesmal ging es direkt bis zum botanischen Garten La Thomasia, von wo aus ich die letzten Kilometer zu Fuss zurücklegte. Das Wetter war wieder wie beim letzten Besuch – die Sonne schien, keine Wolke stand am Himmel. Doch kaum war ich aus dem Auto ausgestiegen, begrüsste mich die Kälte. Winterlich, knapp unter dem Gefrierpunkt und trocken. Ein leichter Wind blies mir entgegen und drang augenblicklich durch die Kleidung.

Also hiess es trotz der trügerisch warm herunterscheinenden Sonne: Jacke an und alles auf Winter. Mit dabei war das volle Gepäck. Kamera, drei Objektive, Stativ, Slider… Und selbstverständlich Proviant – mehrere Sandwiches und ausreichend frisches Wasser.
Und so bepackt machte ich mich also wieder auf den Weg. Doch diesmal mit passendem Schuhwerk, das an meinen Füssen nicht schon innerhalb wenigen Kilometern Blasen verursachen sollte.

Der Hinweg gestaltete sich etwas anders als erwartet. Die Schneefelder vom letzten Besuch waren zwar weitestgehend zurückgeschmolzen, doch die Sonne heizte ordentlich auf, während der eiskalte Wind die exponierten Körperstellen stark auskühlte. Die grosse Wärme der sonnigen Stellen wechselte sich mit den bissig kalten Abschnitten im Schatten der Nadelwälder ab. Und schon kurz nachdem ich den Parkplatz verlassen hatte, fühlte ich mich fernab jeglicher Zivilisation.
Der eiskalte Bergbach rauschte rechts von mir ins Tal hinab, umgeben von scharfkantigem Gestein. Von grossen Felsen, die dank alten Felsstürzen überall im Wald verteilt herumlagen, hingen grosse Eiszapfen. Samtige Teppiche aus saftig grünen Moosen bedeckten die meisten Felsen, manchmal von ganzen Feldern aus Trompetenflechte oder Lungenflechte überwuchert.

Moosbewuchs

 

Etwa auf halber Strecke meines Weges lichtete sich der Wald langsam. Das Rauschen des Baches wurde lauter, und schon kurz darauf wurde er direkt neben mir wieder sichtbar. Ich folgte seinem Verlauf direkt im Bachbett oder in unmittelbarer Nähe dazu.

 

Der späte Kaltlufteinbruch zeigte auch hier deutlich seine Spuren. Der Boden war grossteils noch gefroren, und der letzte Drittel meines Weges führte mich grösstenteils über Neuschnee. Auch hier spürte ich wieder deutlich das harte Klima, das in diesem niederschlagsreichen und – abseits der direkten Sonneneinstrahlung – kalten Tal herrscht. Die Kontraste zwischen Kälte und enormer Wärme waren bei diesem Besuch nochmals deutlicher als bei meinem letzten Besuch.

Schnee im Vallon de Nant

 

Oben angekommen, erwarteten mich schneeweisse Hänge, unterbrochen vom breiten Bachbett. Und wo der Schnee bereits weggetaut war, zeigten sich unzählige, mehrheitlich weisse Krokusse. Da war ich nun also… wieder. Zurück im Vallon de Nant. Und wie beim letzten Besuch auch, war weit und breit kein Mensch zu sehen. Die nächsten Stunden verbrachte ich damit, die Kamera an unterschiedlichen Orten aufzustellen, und sie dann für eine gewisse Zeitspanne arbeiten zu lassen… Und mich zurückzulehnen; einfach die Natur zu geniessen.

Vallon de nant

Aufgebauter Slider

 

Nach einigen Stunden mal hier, mal da, wurde die Luft sichtbar trüb und es zogen Wolken auf. Der tiefere Sonnenstand war ebenfalls schon deutlich zu spüren: Es wurde schnell kälter, und zusätzlich frischte der kalte Wind auf. Trotzdem beobachtete ich noch einige Zeit lang das Schattenspiel der vorbeiziehenden Wolken, bevor ich meine Sachen packte und mich langsam auf den Rückweg machte.

Vallon de Nant

Avançon de Nant

 

Zufrieden und mit 1700 Fotos im Gepäck ging es wieder zurück durch das inzwischen wieder im Schatten liegende und kalt gewordene Vallon de Nant… Mich bereits wieder auf den nächsten Besuch und die Bearbeitung des entstandenen Materials freuend.

 

Mein erster Besuch im Vallon de Nant:

Vallon de Nant – ein erster Besuch zur beginnenden Schneeschmelze

 

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