Zwischen Bergen und Gletschern – Drohnenaufnahmen

Zwischen Bergen und Gletschern – Drohnenaufnahmen

Zwischen Bergen und Gletschern befindet sich der Platz, den ich dieses Jahr wohl am häufigsten besucht habe: das Vallon de Ferpècle am Ende des Val d’Hérens. Viel habe ich dort erlebt, viel ist mir passiert und so manche Menschen konnte ich dadurch kennenlernen. Ich stand im Schnee und Regen, wurde von eisigen Winden eingefroren und von der Sonne gekocht.

Und dann… War plötzlich – nebst meiner üblichen Kamera – eine Drohne mit dabei (mehr zu diesem Ausflug in meinem letzten Beitrag).

 

Im Vorfeld hatte ich mich bereits ausführlich bei den betreffenden Stellen informiert, ob ich vor Ort eine Drohne fliegen darf, und wenn ja, in welchen Bereichen. Mir war nicht ganz klar, ob es sich jetzt um ein Naturschutzgebiet mit klaren Regelungen handelt. In einem solchen Gebiet hätte ich die Drohne nicht aufsteigen lassen. Wie zum Beispiel im Vallon de Nant, welches seltene Tierarten beherbergt. In einem solchen Umfeld gehört selbstverständlich keine Drohne in die Luft.

Doch ich bekam grünes Licht dafür. Zum Zeitpunkt meiner Anfrage war noch nicht klar, ob ich überhaupt mit einer Drohne in dieser Umgebung fliegen würde. Aber zu Beginn des Herbstes war es dann so weit.

Eine Woche später machte ich mich nochmals auf den Weg nach Ferpècle, um noch weitere Aufnahmen machen zu können. Die Herbstfärbung war noch weiter fortgeschritten, und das gesamte Tal leuchtete in schönen Gelb- und Rottönen.

Doch diesmal blies ein starker Wind vom Tal her hinauf. Durch das geringe Gewicht schaukelte sie im Wind, was die Aufnahmen äusserst schwierig machten. Ausgerechnet an diesem Tag wollte ich ruhige Aufnahmen machen – einfach senkrecht hinabfilmen, ohne die Drohne selbst zu bewegen. Aber genau das war an diesem Tag schwierig. Ich konnte auch nicht einfach am nächsten Tag wieder zurückkommen – zwei Stunden Hinweg sind nicht wenig. Und ich wusste auch nicht, ob eine Woche später noch die selbe Herbstfärbung vorherrschen würde. Viele Birken verloren bereits Blätter, und mir schien, als hätten manche Bäume schon viel lichtere Kronen als eine Woche zuvor.

Also versuchte ich einfach das Beste aus der Situation zu machen.

 

Zusammenschnitt – was da ist, wird eingedampft!

Nach diesen beiden Besuchen hatte ich über zehn Minuten Videomaterial zusammengetragen, welches nun gesichtet werden wollte. Manche Aufnahmen sortierte ich gleich schon zu Beginn aus. Andere wiederum waren besser als erwartet. Nachdem all die unbrauchbaren Szenen aussortiert waren, ging es daran, diese kleinen Videosequenzen zurechtzuschneiden. Anfang und Ende rausschneiden (Beschleunigung und Abbremsen der Drohne zum Beispiel), zu lange Aufnahmen möglicherweise einkürzen, usw.

Es blieben immer noch über acht Minuten Material übrig. Mir war klar, dass ich das so nicht stehen lassen kann. Bei fast zehn Minuten Laufzeit vom selben Ort an nur zwei Tagen war noch viel dabei, das immer noch zu lang war. Oder aber Szenen, die sich sehr ähnlich waren und mir wie Wiederholungen vorkamen.

Und so flog abermals Material raus. Schlussendlich blieben noch knappe sechs Minuten übrig. Langsam näherte ich mich einem Punkt, der mich langsam zum nächsten Schritt brachte.

 

Es werde Ton – die richtige Musik

Mir war klar, dass ich mit der Musik meine Schwierigkeiten haben würde. Acht Minuten lang nur ein Musikstück? Dazu müsste man erst einmal ein passendes Stück finden. Oder aber mehrere (natürlich passende!) finden, die sich gut zusammenfügen lassen. Das war mit ein Grund, warum mein Ziel fünf Minuten Laufzeit war. Immerhin verhindert das, dass man zuviele langatmige Szenen im Video haben wird.

Die Musiksuche (auf Epidemicsound) gestaltete sich ziemlich einfach. Ich hatte von Anfang an eine bestimmte Art von Musik im Sinn, jetzt musste ich nur noch danach suchen… Und sie finden.

Schon nach kurzer Zeit hatte ich ein paar Musikstücke gefunden, die vom Tempo, von der Stimmung und der Laufzeit ziemlich gut passten. Nch einem ersten Export des vorläufigen Videos liess ich die einzelnen Stücke dazu abspielen, um zu sehen, ob eines davon wirklich gut passt. Und siehe da, eines davon gefiel mir wirklich gut und wurde sogleich übernommen.

 

Abschlussarbeit

Die Musik war da, die Szenen waren da… Jetzt ging es an die endgültige Bearbeitung. Nochmals wurden Szenen gekürzt und die eine oder andere sogar vollständig entfernt. Weitere Kleinigkeiten wie Titel, etc. waren ebenfalls noch notwendig. Doch ein ganz anderer, wichtiger Schritt stand jetzt im Fokus:

Die farbliche Anpassung. Ich hatte den Fehler gemacht, die ersten Aufnahmen in einem anderen Farbprofil zu machen. So stand ich also da mit Aufnahmen, die überhaupt keine Gleichmässigkeit in puncto Farbe, Kontrast und Sättigung zeigten. Die einen Aufnahmen waren kontrastreich und schon von selbst ziemlich bunt, die neueren Aufnahmen hingegen waren flach, kontrast- und farblos (was jedoch Absicht war – so lässt sich die Farbgebung, etc. am Schluss viel besser steuern).

Nachdem auch das erledigt war, hiess es warten. Video exportieren, zuschauen wie sich der Fortschrittsbalken langsam füllt.

 

Das schönste an der Sache ist für mich, dass ich nie zuvor so etwas gemacht hatte… Somit bleibt noch viel, viel Spielraum für Verbesserungen. Und ich konnte sehr viele neue Dinge lernen, die mich ansonsten wenig interessierten bisher – Fotos bewegen sich nun mal nicht. Es machte mir aber derart viel Spass, dass es bestimmt nicht nur bei diesem einen, kleinen Projekt bleiben wird.

 

 

Weitere Posts aus der Region:

Val d’Hérens – ein erster Besuch

Ferpècle – zurück ans Ende des Val d’Hérens im Wallis

Val d’Hérens – Zwischenergebnis – Besuche für Time Lapse Aufnahmen

Ferpècle aus neuen Blickwinkeln

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.