2017 – ein kleiner Rückblick

2017 – ein kleiner Rückblick

Jetzt am letzten Tag des Jahres möchte ich einen kleinen Blick zurück auf die vergangenen zwölf Monate werfen… Und noch einmal die ganzen Erlebnisse hervorholen. Das ist mit das schönste an der Fotografie – man erlebt enorm viel, während man draussen unterwegs ist. Erinnerungen rund um Fotos, die immer wieder hervorkommen, wenn ich die dazugehörigen Fotos sehe.

 

Januar

Der erste Morgen des Jahres war kaum anders, als die zwei, drei Wochen zuvor. Der Nebel hing nach wie vor als hartnäckige Decke über dem freiburger Nordwesten. Und die permanenten Minusgrade führten dazu, dass der Nebel an den Bäumen und überall anders gefror. Nach und nach entstand ein traumhafter Überzug aus unzähligen kleinen Eiskristallen. Und am ersten Januarmorgen… Schaffte es die Sonne durch den dichten Nebel. Und wie es der Zufall wollte, befand ich mich in dem Moment am Waldrand und hatte einen Baum vor mir, der just in dem Moment von der Sonne getroffen wurde. Ich interpretierte es als sehr gutes Vorzeichen für das kommende Jahr, und – jetzt, am letzten Tag des Jahres angelangt – ich kann sagen, dass ich damit richtig lag.

Januar 2017

 

Februar

Der Februar… War sehr facettenreich. Zu Beginn war er richtig kalt. Das zeigte sich besonders an einem Morgen, als ich bei -18°C im Greyerzerland im Schnee stand. Doch er zeigte auch seine milde Seite mit deutlich angenehmeren Temperaturen. Der Neuenburgersee hatte einen ziemlich niedrigen Wasserstand, und so kam es, dass mancherorts der nackte Seeboden sichtbar wurde. Nach einem ungeplanten Ausflug an den Neuenburgersee musste ich sogleich nach Hause, die Kamera holen und wieder zurück an den See, um auf den Sonnenuntergang zu warten. Das Wetter versprach einen spannenden Sonnenuntergang, und wann hat man in der Schweiz denn schon das Glück, so etwas wie Ebbe zu erleben?

Nachzulesen in einem Blogbeitrag mit weiteren Fotos dieses Abends.

 

März

Der März fing fotografisch etwas frustrierend an. Viele Ideen scheiterten am Wetter.. Die gewünschte Stimmung kam nicht auf, oder aber es war bewölkt und das Wetter generell unpassend. So verging einige Zeit ohne nennenswerte Ergebnisse. Ausflug nach Ausflug wurden zu einem – zumindest aus fotografischer, ergebnisorientierter Sicht – Reinfall. Doch eines Morgens – es war grau und dichte Wolken hingen am Himmel, ohne auch nur einen kurzen Blick auf etwas freien Himmel zu gewähren – machte ich mich auf den Weg an den Murtensee… Auf gut Glück. Und an diesem Morgen endete die Durststrecke. Mit dem ersten Glühen des nahenden Sonnenaufgangs am Horizont, öffnete sich die Wolkendecke. Der Föhn riss die Wolkendecke im Osten auf, und flutete die gesamte Umgebung mit einem schon fast surrealen Licht, während der Murtensee spiegelglatt vor mir lag. Hätte ich nicht gewusst, dass er sich da befindet… Ich hätte aufgrund der perfekten Spiegelung genau so gut an einem leuchtenden Abgrund voller Wolken stehen können.

 

April

Ende April wurde die Strasse nach Ferpècle geöffnet – Grund für mich, zum ersten Mal an diesen Ort zu reisen, den ich während des Winters schon genauer per Google Earth angeschaut hatte. Während der April an sich mild und angenehm war, kam genau an diesem Tag – es war der 28. April – ein Kälteeinbruch. Er brachte Frost und zerstörte nahezu alles, was bis dahin bereits gewachsen war und hellgrün hervorschaute. Und da oben, am Ende des Val d’Hérens, herrschte plötzlich wieder Winter. Der erhoffte Ausblick auf den Mt. Miné blieb mir verwehrt, zu dicht waren die Schneewolken. Doch dann gegen Mittag öffnete sich die Wolkendecke kurz, die Niederschlagsvorhänge wichen beiseite, und der Berg wurde sichtbar. Und vor im die wundervolle Schwemmebene.

 

Mai

Der Mai war relativ anstrengend durch die vielen Fahrten ins Wallis. Ich war oft im Val d’Hérens unterwegs, erlebte warme Frühsommertage und tiefen Schnee gleichermassen. Ich bin meiner Familie und jedem unendlich dankbar dafür, dass ich trotz all des Aufwands und der Unannehmlichkeiten jederzeit vollste Unterstützung hatte während der gesamten Zeit. Denn die zwei Stunden Hin- bzw. Rückweg waren nicht immer ganz angenehm – Schnee, Regen, Sturm… Alles da gewesen.

 

Juni

Der Juni… War heiss. Sehr heiss. Die erste Hitzewelle war unerwartet stark und dauerte ziemlich lange. Die Notaufnahmen hatten permanent Menschen zu betreuen, welche die Hitze nicht vertrugen. Und dann, endlich, kam die Erlösung. Eine wolkenreiche Kaltfront kündigte sich an und beendete die erste Hitzewelle. An diesem Abend war ich unterwegs und beobachtete voller Freude die ankommende Wolkenfront…

 

Juli

Auch der Juli war relativ heiss und von Hitzewellen geprägt. Nicht zuletzt deswegen zog es mich öfters in die Berge in der Nähe, meist in die Gantrischregion. Als ich an einem Abend auf dem Gäggersteg unterwegs war, passte an einem Wegstück einfach alles. Die Wolken, das Licht, das herrliche Grün rundherum… Und so entstand das Foto, das diesen Monat für mich geprägt hat.

 

August

Für mich das Foto des Augusts entstand gleich am dritten August. Bei 32° und hoher Luftfeuchtigkeit setzte ich mich an den Hafen von Estavayer-le-Lac. Ich war schon am Vortag dort und hoffte an diesem Abend auf besseres Wetter. Und ich hatte Glück, die Wolken waren traumhaft und einen hübschen Vordergrund fand ich auch mehr oder weniger auf Anhieb – etwas, das am Vortag nicht klappte. Obwohl die Wolken schon kurz nach Sonnenuntergang grau wurden und das erhoffte Nachglühen wie schon am Vortag ausfiel, blieb ich zufrieden sitzen und genoss das hochsommerliche Wetter.

 

September

Im September war es für mich schwierig, überhaupt irgend etwas zu erreichen. Ich war dauerbeschäftigt, viel Zeit für Ausflüge blieb nicht. Und wenn, dann spielte das Wetter nicht mit. Doch an einem Abend schien alles zu passen. Ich packte schnell meine Kamera, das Stativ und fuhr an den Neuenburgersee. Obwohl ich schon oft an diesem Ort war, fiel mir dieser Stein nie auf. Aber diesmal stellte ich die Kamera direkt vor ihm auf, nahm den Fernauslöser zur Hand und stellte mich etwas abseits der Kamera ins knietiefe Wasser… Und schaute den vorbeiziehenden Wolken zu

 

Oktober

Im Oktober war ich wieder mehrmals im Val d’Hérens. Und eines Abends – der Himmel war grau, die Sonne hatte ihre Mühe mit der geschlossenen Wolkendecke – riss der Himmel für einen kurzen Augenblick auf… Und das Sonnenlicht flutete die Schwemmebene. Zumindest den Teil, der noch nicht von den Bergen rundherum verdeckt wurde.

Das Foto gehört zu den für mich persönlich wichtigsten des Jahres. Ich rechnete an diesem Tag nicht mit einem solchen Moment. Und selbst währenddessen war ich mir nicht sicher, was ich eigentlich eingefangen hatte. Die Kamera war dabei eine Time Lapse Sequenz während etwa zwanzig Minuten aufzunehmen. Doch Touristen stellten sich kurz darauf vor die Kamera und zwangen mich zum Abbruch. So entstand zwar keine Zeitrafferaufnahme, dafür aber – als einziges Bild der gemachten Reihe – dieses Foto. Eine Momentaufnahme des dramatischen Wetters an diesem Tag.

In diesem Monat hob ich die Kamera auch erstmals in die Lüfte und machte das eine oder andere, kurze Filmchen.

 

November

Auch der November hielt einen solchen Moment bereit. Ursprünglich wollte ich den Sonnenuntergang am Schwarzsee fotografieren, denn dort hatte es am Vortag geschneit. Unterwegs zogen zunehmend Wolken auf, und es sah so aus, als würde ich es nicht mehr rechtzeitig zum See schaffen. Wolken und Uhrzeit sagten mir, dass ich mir lieber sofort einen hübschen Ort suchen solle. Nachdem ich dort fertig war und die Sonne hinter den Wolken verschwand, dachte ich mir, doch nochmals kurz den Schwarzsee zu besuchen. Und dort angekommen… Begann der Himmel in den schönsten, warmen Farbtönen zu leuchten.

 

Dezember

Der Dezember zeigte sich – zumindest verglichen mit den letzten Jahren – unüblich schneereich. Deswegen machte ich mich an einem Tag ohne starke Bewölkung auf den Weg auf die Hügel zwischen Mt. Gibloux und Moléson… Wo ich auf ein faszinierendes Winterwunderland stiess. Alles war tief verschneit, und auf den Bäumen lag eine dicke Schneedecke. Bodennebel entstand, und aus anfänglichen, bodennahen Schleiern entstanden dichte Nebelschwaden, die schon bald den Himmel überzogen und die Sicht auf den Himmel und die langsam hervorkommenden Sterne versperrte. Doch zuvor erlebte ich noch einen wundervollen Sonnenuntergang zwischen Schnee und Bodennebel.

 

Ja, es ist viel passiert in diesem Jahr. Und ich verlasse es als gefühlt anderer Mensch, als ich damals am ersten Januarmorgen hineingegangen bin. Wundervolle Orte konnte ich besuchen, tolle Momente sehen und fotografieren… Und auch viel neues dazulernen. Und so möchte ich jedem danken, der in diesem Jahr auf irgend eine Art und Weise sein Interesse zeigte. Sei das auf Facebook, auf Instagram, hier auf meinem Blog oder sonst irgendwo. Vielen Dank dafür, und ich wünsche jedem ein wundervolles Jahr 2018. Auf dass es ebenfalls sehr interessant wird und viele tolle Überraschungen bereit hält, viele tolle Momente zeigt und hübsche, neue Orte zu zeigen vermag. 🙂

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