Am Genfersee

Am Genfersee

Der Genfersee bzw. Lac Léman ist äusserst abwechslungsreich. Mal besteht das Ufer aus Sandstrand, mal ist es zugebaut, oder besteht gar aus schroffen Felsen. An einer solchen Stelle mit felsigem Ufer war ich vor kurzem.

Begonnen hatte es wieder einmal dank Google Earth. Mir fiel auf den Satellitenfotos ein Ort mit interessanten Felsformationen auf. Doch durch die Fotos von oben war nicht mehr zu erfahren – ich musste mir selbst ein Bild der Sache machen. Gesagt, getan. Bei der ersten sich bietenden Gelegenheit stand ich am Ufer des Genfersees und bewunderte das klare Wasser zwischen den eher untypischen, leicht aus dem Wasser ragenden Felsen.

Das Wetter hätte vermutlich mitgespielt und einen herrlichen Sonnenuntergang präsentiert, doch ich hatte nicht die Zeit, bis zum Abend dort zu sitzen und zu warten. Also ging es wieder zurück nach Hause, nachdem ich mir den Ort angeschaut und einigermassen brauchbare Blickwinkel gefunden hatte.

 

Dank der Vorarbeit fiel es mir beim nächsten Besuch leicht, eine passende Stelle zu finden. Das Wetter versprach wieder einen interessanten Sonnenuntergang, und so setzte ich mich auf die Felsen am Wasser, genoss die wärmende Sonne und die Stille. Ich befand mich an der Spitze des in den See hineinragenden Landteils; weit und breit kein Mensch zu sehen. Einzig das Geräusch der gegen das Ufer rollenden Wellen und der leichte Wind waren zu hören. Etwas weiter weg stand ein leeres Boot im See. Einige Zeit später wurden ein paar Taucher sichtbar. Nachdem sie sich auf dem Boot ihrer Ausrüstung entledigt hatten, winkten sie mir zu und verschwanden.

Zufrieden sass ich dort, schaute der Sonne dabei zu, wie sie sich langsam aber sicher den französischen Alpen auf der anderen Seeseite näherte. Das Licht wurde goldener, die Schatten länger, und die schneebedeckten Berge begannen im Sonnenlicht zu leuchten. Grund genug für mich, gemütlich die Kamera aufzubauen und ein paar Testaufnahmen zu machen.

Als die letzten Sonnenstrahlen verschwanden, wurde der See unruhig. Die Wellen wurden höher und leichter Wind kam auf. Inzwischen hatte ich eine gute Position für die Kamera gefunden. Das Stativ stand zwar im Wasser und durch die zunehmend höheren Wellen bekam auch ich nasse Füsse, aber wer oft draussen ist, wird es kennen: Erlebt man sowas oft genug, ist es einem irgendwann egal. Die Wellen schwappten erst gegen die Schuhe, später auch gegen die Beine. Und während die Hose das Wasser wieder an den Genfersee zurückgab, konnte ich dann das erhoffte Foto machen.

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