Zu den Lacs de Fenêtre – Val Ferret

Zu den Lacs de Fenêtre – Val Ferret

Schon lange wollte ich die Lacs de Fenêtre an der Grenze zu Italien besuchen. Und nun war es soweit. Zeit, die Sachen für ein weiteres Abenteuer zu packen.

 

Der erste Tag

Die Wettervorhersage war optimal. Es waren lediglich ein paar hohe, dünne Schleierwolken vorhergesagt. Abgesehen davon, sollte der Himmel klar bleiben. Einige Tage zuvor zog eine Kaltfront hindurch, und starke Gewitter suchten diese Gegend heim. Doch die Strassen waren rechtzeitig wieder frei von Gestein und Schlamm… So stand dem Ausflug nichts im Weg.

Deshalb landete mein vollgepackter Rucksack am Samstagmorgen im Auto, und ich machte mich auf den Weg. Unterwegs wollte ich mir noch etwas zu Essen besorgen, und plötzlich fiel mir auf, dass da etwas fehlte. Ja, tatsächlich, ein wichtiges Teil fehlte. Durch die Vorfreude hatte ich tatsächlich die Kamera zuhause vergessen; gut sichtbar in bester Lage auf dem Esstisch. Also wieder zurück.

Nach diesem kleinen, durchaus komischen Umweg durch die heimische Küche konnte es nun richtig losgehen. Den Weg hinunter ins Wallis kannte ich inzwischen gut. Vor kurzer Zeit besuchte ich mehrmals den Lac d’Emosson, so war mir die Strecke bis hinter Martigny ebenfalls wohlbekannt. Doch diesmal ging es nicht den Col de la Forclaz hinauf, sondern ich folgte dem Wegweiser mit der Aufschrift “Aoste (I), Gd-St-Bernhard”. Die Berge rundherum wurden augenblicklich höher und steiler, während mich die Strasse nach Orsières führte.

Das Städtchen empfing mich mit grossen, grauen Schutthaufen. Noch vor wenigen Tagen war die Strasse hier komplett verschüttet, die Strasse zum Grossen Sankt Bernhard versperrt. Man sah die Spuren immer noch sehr deutlich. Und auch auf meinem weiteren Weg hinein ins Val Ferret waren immer wieder Überreste von Verschüttungen zu sehen. Doch die Strasse war wieder frei, dem Erreichen meines Ziels stand nichts im Weg… Ausser etwa 900 Höhenmeter über der Baumgrenze, hinauf zu den Lacs de Fenêtre.

Kurve um Kurve führte mich der Weg tiefer hinein ins Val Ferret. An diesem Tag zeigte es sich von seiner ruhigsten Seite. Die Sonne schien herab, die Wiesen waren saftig und grün, überall blühten Wildblumen, unzählige Raupen vieler Schmetterlingsarten krochen umher… Und ich dachte über das nach, was jetzt noch zwischen mir und diesen drei Seen stand.

Im Vorfeld hatte ich mich gut über das dortige Klima, die Vegetation und die Landschaft insgesamt informiert. Ich wusste bereits, welche Pflanzen ich fotografieren wollte. Mir war klar, welche Berge frühmorgens von der aufgehenden Sonne beleuchtet werden, und dass 1996 dort die ersten Wölfe wieder schweizer Boden betraten. Doch ein grosser, blinder Fleck blieb: der Weg hinauf. Auf vielen Blogs und anderen Webseiten konnte ich mal mehr, mal weniger hilfreiche Informationen über Ausflüge zu den Lacs de Fenêtre finden, doch Fotos vom Weg waren rar.

Gerne weiss ich schon frühzeitig, was mich erwarten wird. Zum Beispiel, ob es sehr steile/ausgesetzte Passagen o.ä. gibt, die ich bei der Vorbereitung mit einbeziehen muss. Doch hier war kaum etwas zu finden. Ein, zwei leider nicht hilfreiche Fotos vom Weg zeigten ein sehr unterschiedliches Bild, genau wie die Berichte darüber. Manch ein Beitrag bezeichnete den Weg als einfachen Halbtagesausflug, während andere Quellen von einem eher schwierigen Aufstieg sprachen.

Es war nun an der Zeit, diesen Weg selber zu gehen und mir mein eigenes Bild zu machen, mit eigenen Erlebnissen, eigenen Eindrücken und einer hoffentlich wunderbaren Nacht voller Sterne.

 

Inzwischen zu zweit – zusammen mit Steven Berger – ging es zu Fuss weiter hinein ins Val Ferret. Zuerst auf einem breiten, fahrbaren Weg bis auf knapp über 2000m zu Plan de la Chaux. Vorbei am Stall voller Eringer Kühe, übernahm das weiss-rot-weisse Symbol eines Bergwanderwegs die weitere Streckenmarkierung. Sogleich zog der Weg deutlich an und es wurde spürbar steiler. Ein weites Wegstück war bereits zurückgelegt, doch kaum Höhenmeter. Das änderte sich nun; Kurve um Kurve führte der mancherorts recht steile, aber durchwegs angenehme Weg hinauf. Schnell gewannen wir an Höhe, und der weitere Verlauf des Tals wurde sichtbar, während wir uns langsam aber stetig dem Ziel näherten.

 

Die Lacs de Fenêtre lagen noch verborgen hinter den Felsen weit über uns, doch bereits jetzt war der Blick hinunter ins Tal und auf die umliegenden Berge umwerfend. Nach einiger Zeit erreichten wir eine Höhe, die den freien Blick hinein in den hintersten Teil des Tals – an der Dranse de Ferret entlang – erlaubte.

 

Ich hätte stundenlang dasitzen und in das Tal hinunterblicken können, doch das Ziel waren die Lacs de Fenêtre, und bis dahin waren es noch einige Höhenmeter. Es ging weiter aufwärts, Schritt für Schritt näherten wir uns den Seen. Das Wetter zeigte sich nach wie vor von seiner besten Seite. Zwischendurch zogen vereinzelte, harmose Wölkchen vorbei. Die Sonne schien herab, und ein leichter Wind blies entgegen…

 

Nach einem steinigen, letzten Anstieg wurde das Gelände plötzlich flacher. Der Weg führte in gemütlichen Kurven zwischen kleineren Hügeln entlang, vorbei an Steinen und Farnen… Bis der erste, grösste See der Lacs de Fenêtre hinter einem der zahlreichen, kleineren Hügel sichtbar wurde.

Still lag er da, der See. Die Ufer stellenweise von Wollgras bewachsen und von Bergen umgeben.

 

Doch am Südufer befanden sich schon einige Zelte. Ich war überrascht, auf so viele Menschen mit Zelten zu treffen, aber keinesfalls verstimmt. Zwei weitere Seen lagen hinter den Hügeln versteckt, und wenn sich Menschen so sehr für die Natur begeistern können, dass sie (rücksichtsvoll!) mittendrin übernachten möchten, kann das kaum schlecht sein. Nach kurzem Überlegen folgten wir dem Weg weiter zum nächsten See. Auch dort begegneten wir mehr Zelten als erwartet. Leider standen sie für Fotos der Milchstrasse auch in diesem Fall an ungünstigen Stellen, also entschied ich mich dazu, noch den dritten, kleinsten See anschauen zu gehen. Den Rucksack liess ich zurück und machte mich auf den Weg über die Hügel.

Und plötzlich stand ich mitten in einem kleinen Paradies. Keine Menschenseele war mehr zu sehen. Dafür wuchsen hier Disteln in kleinen und grösseren Gruppen, Moos überwucherte das Gestein und erzeugte einen herrlichen Kontrast zum dunklen Grau des Untergrunds… Und überall wuchs Wollgras zwischen den kleinen Armen des noch jungen Bachlaufs.

Ich rechnete nicht damit, dass der Boden an einem solchen Ort trocken genug für eine Übernachtung war, doch mit Erstaunen stellte ich fest, dass er in weiten Teilen flach, trocken und frei von empfindlichem Bewuchs war. Deswegen ging es für mich wieder zurück, um die Sachen zu holen.

Als wir vor Ort ankamen und unsere Sachen auspackten, flog gerade ein Adler oder Bartgeier an den Felswänden neben uns entlang, seine Rufe machten mich erst auf ihn aufmerksam. Beeindruckt schaute ich ihm eine Weile zu. Doch zuerst wollte ich den Schlafplatz stehen haben, bevor ich mich in Ruhe ums Fotografieren kümmern konnte.

Kurze Zeit später war der Biwakplatz eingerichtet, und ich konnte die Gegend zusammen mit Kamera und Stativ erkunden.

Von drei Seiten flossen kleine Bäche herab. Die Ufer waren direkt bis zum Wasser von grossen Flächen aus dichten, saftiggrünen Moospolstern bewachsen, die stellenweise von Alpen-Kratzdisteln und Wäldern aus Wollgras unterbrochen wurden. Selbst auf den kleinsten, aus dem Wasser ragenden Steinen wuchsen dichte Moospolster, und das Gestein im Bachbett war mehrheitlich dunkelgrau. Im beinahe spiegelglatten See sprangen ab und zu Fische empor und erzeugten schöne Ringe auf dessen Oberfläche.

 

Und allmählich näherte sich die Sonne den Bergen am Horizont. Langsam bewegte sie sich den Grat entlang. Die Schatten wurden länger, während die Disteln und Wollgräser im Gegenlicht zu leuchten begannen. Die Sonne spiegelte sich im ruhig daliegenden See und zwischendurch war es windstill, die Seeoberfläche war spiegelglatt.

Am Horizont tauchten über den weit entfernten Gipfeln Schleierwolken auf. Und genau wie ich es mir erhoffte, zogen sie auf die drei kleinen Bergseen zu. Ich liess die Kamera auf dem Stativ mitten im Bach stehen – sie sollte später noch vom selben Standort aus die ersten Sterne fotografieren. Und bis die feinen Eiskristallwolken am Horizont zu leuchten begannen, konnte noch einige Zeit verstreichen. Also setzte ich mich vor mein aufgespanntes Tarp und köchelte in aller Ruhe die mitgenommene Nudelsuppe auf dem Gaskocher. Das goldene Sonnenlicht liess einen warmen Schein um jede Pflanze entstehen – wie unzählige Köpfchen mit weissen Haaren stand das Wollgras da, im leichten Wind schaukelnd und die Szenerie scheinbar genau wie ich geniessend.

 

Während ich dann mein warmes Abendessen genoss, schaute ich den letzten Sonnenstrahlen zu. Allmählich wurde es um mich herum kühl. Auch die Farbtöne wurden kühler, die blauen Farbtöne begannen sich immer weiter auszubreiten.

Und dann… Verschwand die Sonne hinter den Bergen am Horizont. Der Wind frischte wieder auf. Da die Wolken am Horizont noch nicht leuchteten, nutzte ich die Zeit, meinen Wasservorrat wieder mit frischem Wasser aufzufüllen. Und als einige Zeit später auch die letzten Wolken am Himmel ihre warme Farbe verloren und grau wurden, bemerkte ich plötzlich, wie dunkel es bereits geworden war. Mit dem Tageslicht verliess auch langsam die Wärme diesen schönen Ort; es wurde deutlich kühler. Da ich nur zu gut weiss, wie kalt einem werden kann, wenn man sich kaum bewegend neben der Kamera steht und wartet, zog ich mir die restliche, mitgebrachte Kleidung an: eine zweite Hose und meine Winterjacke. Vorhergesagt waren Temperaturen im Bereich zwischen 4° bis -3°C, daher war ich sicherheitshalber auf Frost und kalte Finger eingestellt.

Die ersten Sterne begannen sich zu zeigen, und die letzte Helligkeit des vergangenen Tages verblasste langsam am Horizont.

 

Die Welt rund um die Lacs de Fenêtre wurde zuerst blau, dann wurde es dunkel. Immer mehr Sterne tauchten überall am Himmel auf. Sogar erste Sternschnuppen konnte man sehen. Immerhin war in dieser Nacht der Höhepunkt der Perseiden vorhergesagt, und der Mond war schon vor der Sonne untergegangen. Eine dunkle, klare Nacht auf über 2500m stand bevor. Beste Voraussetzungen also, um möglichst viele Sterne und Sternschnuppen sehen zu können.

Doch mit so vielen Sternen hatte ich an diesem Abend nicht gerechnet. Oder zumindest gar nicht so weit gedacht gehabt. Wo zuvor die Sonne den Himmel leuchtend blau scheinen liess, übernahmen jetzt unzählige Millionen von kleinen, hell scheinenden Sternen die Beleuchtung. Der Himmel schien bis zum Überlaufen mit Sternen gefüllt zu sein, und zwischendurch huschte eine Sternschnuppe über den Himmel. Die meisten waren relativ klein, doch auch grosse Sternschnuppen zischten durch den sternengefüllten Himmel und hinterliessen für einen kurzen Augenblick leuchtende Streifen.

Die Resthelligkeit des Tages war vollständig verschwunden, und so war es an der Zeit, sich langsam auf den Weg zu machen und einen guten Platz zu finden, um die Milchstrasse zu fotografieren. Die Stirnlampe mit schwachem, rotem Licht erhellte das Wollgras vor mir, direkt am Ufer des Kleinsten der Lacs de Fenêtre. Ich konnte gerade genug erahnen, um den gewünschten Bildausschnitt zu wählen. Schon das erste Foto vermochte mich zu überzeugen. Deswegen ging es schon bald darauf weiter in die Dunkelheit. Mal hier hin, mal da… Bis hinauf auf den Hügel, von wo aus man den Blick auf alle drei Lacs de Fenêtre hatte. Doch das erste Foto gefiel mir nach wie vor am besten.

 

Langsam fühlte ich, wie sich die Müdigkeit in mir ausbreitete. Und da ich mit dem Milchstrassenfoto bereits zufrieden war, entschied ich mich dazu, unter mein Tarp in den Schlafsack zu kriechen und zu schlafen. Vorsichtshalber behielt ich die Jacke an, doch schon nach kurzer Zeit bemerkte ich, dass sie überhaupt nicht notwendig sein würde. Vielleicht erst kurz vor der Morgendämmerung, wenn die Wärme des Tages grossteils verschwunden ist, und die kalte Bergluft die Temperatur hinabzieht.

Mein Liegeplatz war flach und gerade, doch ich lag zu Beginn nicht sonderlich bequem auf der aufblasbaren Matte. Die Zeit verstrich, doch ich hatte bereits jegliches Zeitgefühl verloren. In unregelmässigen Abständen blickte ich unter dem Tarp hervor und war einfach nur beeindruckt von all dem Licht, das vom Himmel herab schien und die Landschaft um mich herum in ein sanftes Licht tauchte. All diese Sterne… Es wurde nicht richtig dunkel. Ich dachte mir: ganz egal ob ich nun schlafen kann oder nicht… Alleine schon die Tatsache an diesem Ort sein zu können, liess selbst eine schlaflose Nacht zu einem wundervollen Erlebnis werden.

Die Gedanken flogen vorbei, das Rauschen in meinem Kopf wurde langsam leiser, bis nur noch das ganz reale Rauschen des Baches übrig blieb. Und langsam wurde der Wind stärker. Von Italien her blies er herab, kalt und das taunasse Tarp flattern lassend. Auf einmal wurde die Matte unter mir richtig bequem. Ich konnte mich vollständig entspannen und obwohl ich dachte, dass ich noch wach sei, war ich vermutlich bereits eingeschlafen.

Irgendwann holte mich das flatternde Tarp aus meinem Zustand heraus. Ich schaute auf die Uhr, die 2:38h zeigte. Noch lagen einige Stunden Dunkelheit vor mir. So drehte ich mich zur Seite… Und fiel ohne es zu merken in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

 

 

 

Der zweite Tag

Ich öffnete die Augen im Glauben, es seien lediglich ein paar wenige Minuten vergangen. Doch was ich sah, überraschte mich. Unter dem tropfnassen Tarp hervorschauend, konnte ich sehen, dass bereits ein neuer Tag begonnen hatte. Einige Wolken über den Bergen um mich herum leuchteten bereits im Schein, welcher den baldigen Sonnenaufgang ankündigte. Die Bewölkung nahm immer weiter zu, und die schnell von Italien heranziehenden Wolken streckten ihre tiefhängenden Fetzen über die Bergspitzen. Im Süden sah es nach Regen aus, doch ich war mir sicher, dass kein Regen fallen würde.

Ich kroch aus dem Schlafsack, holte etwas Wasser und begann es abseits vom Schlafplatz zu kochen, damit ich keinen unnötigen Lärm verursachte. Während das Wasser langsam aufwärmte, nahm ich die Kamera und schlenderte durch die Gegend. Alles war taubedeckt, das Moos leuchtete in kräftigen, satten Grüntönen. Und dann… Trafen die ersten Sonnenstrahlen auf die Berggipfel gegenüber, der Mont Dolent leuchtete im Sonnenlicht auf. Kurz darauf gesellten sich weitere Gipfel dazu.

 

Ich schlich zwischen Wollgras und Disteln umher, meist im Bach, damit ich die Moospolster nicht zerstöre. Hier und da hielt ich an und schaute mir die kleinen Landschaften in Ruhe an. Das Moos wirkte wie Wälder aus grosser Entfernung, kleine Rinnsale wurden zu grossen Flüssen in üppig wuchernden Urwäldern.

 

Langsam begann ich, meine Sachen einzupacken. Das Tarp war tropfnass und schwer, und auch mein Schlafsack – übrigens ein über zwanzig Jahre alter Daunenschlafsack – war auf der Oberseite dunkel vor Nässe. Vereinzelte Weberknechte krochen noch steif von der nächtlichen Kälte aus meinem Rucksack und der Jacke. Der neue Tag startete relativ windig, doch es war kein kalter, beissender Wind. Im Gegenteil – unerwartet mild zog er von Italien her über die Seen und hinunter ins Val Ferret.

Eine grosse Schafherde zog den Berg hinauf. Am Vorabend kamen sie von oben herab, um auf den hiesigen, etwas tiefergelegenen Wiesen die letzten Sonnenstrahlen zu geniessen. Rundherum hörte man ein vielstimmiges Mähen. Und nach einer Weile war auch das letzte Schaf vorbeigezogen und in Richtung Italien davongewandert.

Als die Sachen gepackt waren, bestiegen wir zum letzten Mal den Hügel daneben, um einen letzten Blick auf alle drei Seen zu werfen. Und dann war es an der Zeit, den Rückweg anzutreten. Der Wegweiser zeigte bereits in die richtige Richtung: La Fouly, Ferret… Das war die richtige Richtung.

So liessen wir die drei Lacs de Fenêtre hinter uns und begannen mit dem Abstieg über den schönen Bergwanderweg, während die Sonne die Berge westlich von uns hell erstrahlen liess. Ein letzter Blick hinunter… Und die Konzentration gehörte wieder dem Weg.

 

Schritt für Schritt näherten wir uns wieder dem Parkplatz, von dem wir am Vortag starteten. Inzwischen schmerzten meine Schultern unter den nicht allzu breiten Trageriemen des prallgefüllten Rucksacks, und die Füsse freuten sich ebenfalls darauf, im Auto sitzen und sich entspannen zu können. Doch die Ruhe dieser wundervollen Landschaft an den Lacs de Fenêtre nahm ich mit auf den Heimweg… Und sie blieb auch dann noch, als rundherum bereits wieder die Hektik des Alltags die Menschen atemlos hin und her zu scheuchen schien.

 

2 Replies to “Zu den Lacs de Fenêtre – Val Ferret”

  1. Vielen Dank, Michel. Klingt ja wirklich toll. Jetzt wäre ich nur noch froh über einen Hinweis, welche der Beschreibungen nun tatsächlich auf die Wanderung zutreffen. Wie lange dauert sie denn? War sie einfach oder schwierig? Und hast Du eventuell Informationen über Länge und Höhenunterschied?

    1. Das wird vermutlich von Person zu Person unterschiedlich empfunden werden. Wir hatten etwas über 800 Höhenmeter zurückgelegt, als wir oben ankamen. Bis Plan de la Chaux (2014m) ist der Weg (Ab Fahrverbotsschild bis zur Alp ~2.5km) hervorragend und führt auf einem Weg entlang, der befahrbar ist und bis zur Alp führt. Von dort an führt ein Bergwanderweg weiter hinauf, der schon etwas anstrengender ist. Auf den letzten 3km Wegstrecke kamen fast 600 Höhenmeter zusammen, und eine wirkliche Pause durch gerade Teilstücke ohne Anstieg gibts kaum. Aber es gibt genügend Felsblöcke die dazu einladen, hin und wieder eine Pause mit wunderbarem Blick hinunter ins Tal zu machen.

      Also ich persönlich empfand die Wanderung als sehr angenehm und gemütlich. Der Rucksack mit der Fotoausrüstung und allem war um die 15kg schwer, und auch damit war es recht gemütlich. Anstrengend, aber durchaus angenehm mit ein paar kurzen Verschnaufpausen unterwegs. Die Wegstrecke ist mit etwa 2:30 Stunden angegeben, aber mit all dem Gepäck dauerte es (geschätzt, auf die Uhr geschaut habe ich nicht) etwas über drei Stunden.

      Ich würde sogar behaupten, es sei durchaus gewissermassen kindertauglich, weil wirklich gefährliche, ausgesetzte Stellen gibts nicht eine einzige. Und das sage ich als Mensch, der allzu steilem Gelände doch eher skeptisch gegenübersteht.. Hehe

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