Jahresrückblick 2018

Jahresrückblick 2018

Das neue Jahr ist nun also da. 365 Nächte, Abende, Morgen und generell Tage, die spannendes Licht und viele Abenteuer bereithalten können… Und werden. Doch bevor die Reise weitergeht, möchte ich diese Tage nutzen, um kurz durchzuatmen. Um die Stille unter dem grauen, wolkenverhangenen Himmel zu geniessen… Die Augen zu schliessen und das vergangene Jahr noch einmal in Ruhe anzuschauen.

Viele Erlebnisse verstecken sich hinter dieser vierstelligen Zahl – 2018. Und es war wirklich kein einfaches Jahr, zumindest was das Wetter betrifft. Noch nie hatte ich eine solche Mühe, im Voraus die richtige Entscheidung zu treffen. Und nur zu oft kam es dann doch ganz anders als gedacht, vermutet und vorhergesagt.

Darum ist es an der Zeit durchzuatmen… Und einzutauchen in die Erinnerungen, die alle durch die Fotos noch so lebendig sind, als sei es erst gestern gewesen. Doch irgendwie stimmt das – gestern war noch 2018.

 

Ich möchte mich bei jedem bedanken, der mich in dem was ich mache auf die eine oder andere Art und Weise unterstützt – besonders durch sein Interesse und Freude an den Fotos, die manchmal dabei entstehen. Vielen Dank! Und ich wünsche allen ein erfolgreiches und spannendes, neues Jahr 2019. 🙂

 

Januar

Der Januar begann mit einer gewissen Zurückhaltung. Ich hatte das Gefühl, dass das Jahr recht kompliziert werden könnte. Warum? Es war einfach eine Vorahnung. Noch herrschte diese anfängliche Ruhe, die in manchen Jahren zu Beginn vorherrscht. Doch ein Abend öffnete mir in diesem Monat besonders die Augen.

Nicht weit von Zuhause entfernt steht ein Baum auf einem Hügel. Ich hatte ihn schon oft fotografiert, doch nie gefiel mir das Ergebnis. Egal was ich versuchte, es war nie zufriedenstellend – irgendwas fehlte. Doch an diesem Abend dachte ich daran, diesen Baum einfach als Panorama zu fotografieren. Also machte ich mehrere Aufnahmen, setzte sie zu einem Panorama zusammen… Und stellte fest, dass ich endlich einen Weg gefunden hatte, diesen Baum so zu fotografieren, dass er mir gefällt. Glücklicherweise war das Wetter an diesem Abend einfach nur grandios, und selbst der Mond war sichtbar. Dadurch wurde mir bewusst, dass ich öfters auch mal versuchen könnte, eine Panoramaaufnahme eines Ortes zu machen. Gerade dann, wenn ich das Gefühl habe, ich fände keine Bildkomposition, die mir ansonsten gefallen würde.

 

 

Februar

Der Februar wurde nass. In diesem Monat entdeckte ich den Genfersee für mich – und stellte mich sogleich in ihn hinein.

Nach einer ersten Erkundung des Ortes folgten mehrere Abende, die ich an diesem Ort verbrachte. Nasse Schuhe hatte ich nach jedem Besuch, manchmal stand ich auch knietief im Wasser und wartete auf das richtige Licht. Und manchmal… Blieb es aus. Doch an diesem einen Abend passte für eine gewisse Zeit alles perfekt. Und dieser Moment prägte für mich den gesamten Februar. Mitten im Genfersee stehend, mit Winterjacke und nassen Füssen, knietief im Wasser und vor mir ein wundervoller Sonnenuntergang. Es war keiner dieser bombastischen Farbexplosionen, doch es stimmte einfach alles.

Blogbeitrag zum Foto: Am Genfersee

 

 

März

Im März war es kalt, windig… Und trocken. Das Wasser in den Stauseen der Region wurde in Erwartung des bald kommenden Schmelzwassers abgesenkt. Und aufgrund der unüblich grossen Schneemenge in den Bergen tiefer als sonst. Es kamen unzählige Zeitzeugen zum Vorschein, die davon erzählten, wie es da zuvor ausgesehen hatte… Bevor der Wasserstand stieg, der See entstand und alles unter sich begrub.

Eines Abends machte ich mich auf den Weg zum Seegrund… Und schaute mich um. Am Vorabend hatte ich bereits interessante Ecken entdeckt, doch das Wetter war unspektakulär und unpassend. Es regnete und der Boden war klebrig und matschig – nach wenigen Schritten klebte der Seegrund schon kiloweise an den Stiefeln.

Doch an diesem Abend war der Himmel klar. Ein kalter Wind strich über die Hügel und über den See, trocknete den Seegrund aus… Liess Risse entstehen und die Ränder der Erdschollen im Frost erstarren und aushärten. Und auf diesem ausgetrockneten Grund des Greyerzersees stand ich, während die Saane an mir entlangfloss und die Sterne über mir zu funkeln begannen. Die Abende auf diesem ausgetrockneten Seegrund waren prägend für den März.

Blogbeitrag zum Foto: Auf dem Seegrund – der Greyerzersee im Frühjahr

 

 

April

Im April blühten in den Voralpen bereits die Krokusse. Die Bergwiesen waren wieder weiss, doch diesmal wegen der Krokusse, und nicht wegen des Schnees. Ich dachte mir, dass ich die Krokusse fotografieren könnte, und machte mich auf den Weg. Doch musste ich dann feststellen, dass das Gantrischseeli nur durch tiefen Schnee erreichbar war. Ohne Schneeschuhe im Gepäck machte ich mich dennoch auf den Weg… Und wurde schlussendlich fündig. Dort, wo die Eisdecke offen und der Seegrund durch das kalte, klare Wasser zu sehen war.

 

 

 

Mai

Im Mai ging es sowohl hoch hinaus, wie auch tief hinunter. Zum Teil am selben Tag. Nachdem ich zuerst erfolglos versucht hatte, in den Voralpen einen bestimmten Ort zu erreichen und meine Pläne deswegen etwas durcheinandergebracht wurden, stellte ich mich einige Zeit später an den Genfersee. Und sofort merkte ich, dass die Entscheidung richtig gewesen sein musste. Denn das goldene Licht zum Sonnenuntergang war überwältigend – genau so wie das vorbeiziehende Unwetter… Und die unzähligen Regentropfen, die leise auf den still daliegenden See fielen und im Sonnenlicht golden leuchteten.

Blogbeitrag zum Foto: Vom Gantrisch an den Genfersee

 

 

Juni

Im Juni wurde es dann doch langsam warm und schön. Prägend für diesen Monat war vor allem der Jura mit seinen wunderschönen Kalksteinfelsen. Viele Abende verbrachte ich auf diesem und jenem Juragipfel, doch am eindrücklichsten war der Abend am Creux du Van.

Blogbeitrag zum Foto: Abends beim Creux du Van

 

 

Juli

Nachdem ich mich 2017 häufig im Wallis aufhielt, gehörte 2018 vor allem den jurassischen Bergen, Hügeln und Mooren. So wie dieser Abend, der für mich absolut prägend für den Juli wurde. Der Tag war düster und grau, es war trotz des Sommers relativ kalt und erinnerte eher an den erst später kommenden Herbst. Ich befand mich am Rande eines Moores irgendwo in der Nähe der französischen Grenze, und wartete auf den Sonnenuntergang. Und darauf, dass die Wolkendecke aufreisst und das Licht der Sonne sichtbar werden würde. Doch bevor das geschah, öffnete der Himmel seine Schleusen und zwang mich zur Flucht. Unter einem Nadelbaum wartete ich darauf, dass der Regen verschwindet, während er mir von der Nasenspitze tropfte. Doch das Ausharren lohnte sich – kurz danach öffnete sich der Himmel tatsächlich.

Blogbeitrag zum Foto: Im alten Moor bei Vraconnaz

 

 

August

Der August führte mich wieder in die andere Richtung – diesmal an die südlichen Grenzen der Schweiz, und weg von den nördlichen Landesgrenzen im Jura.

Auf über 2500m Höhe fand ich genau das, was für mich mit zu den schönsten Momenten des Jahres gehörte: Wollgras an hochgelegenen Bergseen, umgeben von Disteln und Moos. Und darüber das Licht von unzähligen Sternen und unserer Galaxie.

Beitrag zum Foto: Zu den Lacs de Fenêtre – Val Ferret

 

 

September

Im September wurde es wieder schwieriger. Viele Versuche scheiterten am Wetter, das sich – inzwischen typisch für 2018 – dann doch völlig anders zeigte, als vorhergesagt war. Es blieb völlig unberechenbar, und so kehrte ich oftmals ohne nennenswerte Ergebnisse nach Hause zurück. Deshalb war dieser eine Abend am Étang de la Gruère umso prägender. An diesem Abend funktionierte ausnahmsweise alles. Es lief viel besser als erwartet, und so konnte ich mit einigen Fotos der Sterne nach Hause zurückkehren, die ich so an diesem Abend nicht erwartet hätte.

Blogbeitrag zum Foto: Étang de la Gruère

 

 

Oktober

Im Oktober fingen die Bäume nur langsam damit an, das sommerliche Grün abzulegen. Manche Bäume waren wegen der Trockenheit bereits braun und vertrocknet, das erhoffte Herbstgelb liess auf sich warten. Doch als gegen Ende des Monats die ersten Herbstfarben erschienen und im goldenen Licht der untergehenden Sonne zu bestaunen waren, befand ich mich zum Glück an einem richtig schönen Ort… Und hatte Glück mit dem Wetter. Denn bis zur letzten Minute war nicht klar, ob sich der Himmel nicht doch noch umentscheiden und eine graue Wolke vor die Sonne schieben würde.

Doch in den Bergen sah die Sache ganz anders aus. Dort konnte ich mit klaren Nächten rechnen und hatte öfters den freien Blick in die Sterne. Ob die Milchstrasse über dem Schwarzsee oder der Mars über den Gipfeln des Mont Blanc Massivs… Die Sicht hinauf ins Universum war dennoch oft genug frei und klar.

Blogbeitrag zum letzten Foto: Herbst am Lac d’Emosson

 

 

November

Im November hingegen beherrschte wieder das unberechenbare Wetter die kälter werdenden Tage und Nächte. Doch gegen Mitte bis Ende des Monats kroch endlich der lange erhoffte Nebel durch die Hügel und Wälder der Westschweiz. Eine Nebeldecke legte sich darauf, noch bevor die letzten Blätter von den Bäumen gefallen waren. Und so nutzte ich einen der wenigen passenden Gelegenheiten dafür, in den Wald zu gehen und den Nebel darin zu geniessen – umgeben von warmen Herbstfarben.

 

 

Dezember

Der Dezember – Jahresende. Und auch der Monat, in dem der erste Schnee des Winters fiel. Und genau das wollte ich nutzen. Am Schwarzsee wurde ich fündig und konnte über dem noch nicht gefrorenen See den Mond fotografieren, während rundherum bereits Schnee lag.

Doch deutlich prägender und stellvertretend für das gesamte Jahr war der letzte Fotoausflug des Jahres, am 30. Dezember.

Eigentlich wollte ich die Sterne in einem Hochtal fotografieren. Doch der Weg war schon recht früh völlig zugefroren. Die zu Fuss zurückzulegende Wegstrecke hätte sich dadurch verdoppelt, und der Himmel war nach wie vor völlig grau. Ich wollte diesen Weg nicht auf mich nehmen, ohne mir sicher sein zu können, dass der Abend wird wie erhofft. Die Pläne änderten sich dadurch, und so landete ich wieder einmal – schon wie zum Jahresbeginn – am Genfersee. Und ganz unverhofft fand ich auf Anhieb eine Bildkomposition, die mir gefiel. Und was mir noch besser gefiel – obwohl der Weg an diesem Tag düster und anstrengend war… Das Ende des Tages war fantastisch. Der Himmel öffnete sich und leuchtete kurz nach Sonnenuntergang in den schönsten Farben. So endete das fotografische Jahr für mich… Mit einem ähnlichen Himmel wie es begonnen hatte.

 

 

 

 

 

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